Die Challenge Roth gilt mit 3.500 Einzelstartern und 700 Staffeln als der größte und stimmungsvollste Triathlon Europas. Mittendrin: Ein starkes Trio des SV Nienhagen, das sich nach einer kräftezehrenden, achtmonatigen Vorbereitung der legendären Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen) stellte – und mit herausragenden Ergebnissen glänzte.
Die Bedingungen am Wettkampftag verlangten den Athleten alles ab. Zwar meinte es das Wetter mit angenehmen 23 °C zunächst gut, doch heftige Windböen auf der Radstrecke und einsetzender Regen beim abschließenden Marathon machten das Rennen zu einer echten mentalen und körperlichen Zerreißprobe.
Bereits vor dem Start gab es die erste Hürde: Weil der Main-Donau-Kanal eine Wassertemperatur von 25,1 °C aufwies, herrschte striktes Neoprenverbot. Für die Triathleten des SV Nienhagen eine besondere Herausforderung, da sie die gesamte achtmonatige Vorbereitungsphase ohne Vereinstraining in der Schwimmhalle im regulären öffentlichen Badebetrieb absolvieren mussten.
Davon unbeeindruckt zeigte sich Alexander Brennecke. Er legte die 3,8 Kilometer im Wasser in einer Spitzenzeit von 58 Minuten zurück. Nach einem extrem starken Radsplit (4:42 Stunden) und einem phänomenalen Marathon unter drei Stunden (2:51 Stunden) überquerte er nach einer Gesamtzeit von nur 8:39:08 Stunden die Ziellinie. Dies bedeutete einen überragenden 8. Platz in der Altersklasse (AK) 30 und den 54. Platz in der Gesamtwertung eines hochkarätig besetzten internationalen Feldes.
Ein sensationelles Debüt feierte Merle Hinrichs bei ihrer ersten Langdistanz. Sie schockte die Konkurrenz bereits im Wasser: Mit einer Schwimmzeit von 59 Minuten verbuchte sie die zehntschnellste Schwimmzeit aller Frauen – die Profi-Athletinnen eingerechnet. Nach 5:28 Stunden auf dem Rad und einem couragierten Lauf (3:43 Stunden) finishte sie in grandiosen 10:15:45 Stunden. Damit sicherte sie sich den 7. Platz in der AK 25 und einen hervorragenden 45. Gesamtrang bei den Frauen.
Komplettiert wurde der Erfolg durch Stefan Claus. Auch er trotzte dem Neoprenverbot und knackte die magische Marke im Wasser mit exakt 1:00 Stunde. Nach 5:32 Stunden im Sattel und einem harten Kampf im Regen beim Laufen (4:25 Stunden) kam er nach 11:06 Stunden glücklich ins Ziel und platzierte sich damit im guten, vorderen Mittelfeld.
Unterstützt wurden die drei Athleten von einem großen, mitgereisten Support-Team aus Nienhagen, das an der Strecke für mächtig Stimmung sorgte. Entsprechend stolz zeigte sich auch Trainer Ole Bedey: „Die Athleten haben diese enorme mentale und körperliche Herausforderung fantastisch gemeistert. Ich bin extrem zufrieden mit den Leistungen, besonders im Hinblick auf die schwierigen Bedingungen in der Vorbereitung und während des Rennens.“
Für Alexander steht im September das große Ziel Hawaii Quali an, zuvor steht das Trio beim Maschsee Triathlon am Start.