Man trifft ja allerhand Dinge im Netz, von Spielhallen bis zu Gesundheitsratgebern. Und dann kommt so ein Name wie Tiertherapie Goergey daher. Ich hab’s mir mal angeschaut, nicht als Therapeut, sondern als jemand, der weiß, wie schnell man im Internet auf ein Angebot reinfallen kann. Die Idee, tiergestützte Hilfe online zu bekommen, ist erstmal ungewöhnlich. Wer hinter dem Angebot steckt, lässt sich nicht so leicht herausfinden, was für mich direkt eine Warnlampe angehen lässt. Ehe ich weitersage: die offizielle Seite dafür findet ihr bei https://tiertherapie-goergey.de/. Jetzt kommt aber erstmal mein Eindruck von dem Ganzen.

Tiertherapie Goergey Test: Online-Angebot unter der Lupe

Der erste Klick und die Atmosphäre

Die Seite macht optisch einen ruhigen, fast schon schlichten Eindruck. Kein grelles Marketing, kein Versprechen von Wunderheilungen innerhalb von fünf Minuten. Das ist gut so, denn bei psychischen Themen oder sozialen Schwierigkeiten hat man es nicht mit einem schnellen Spielautomaten zu tun. Die Texte sprechen von tiergestützter Intervention, von Coaching und Pädagogik. Aber hier wird mir direkt etwas zu schwammig. Es wird viel von „Kraft der Tiere“ gesprochen, aber wer führt das konkret durch? Welche Qualifikationen haben die Menschen, und vor allem: wo sind die Tiere? Das ist ja der Kern der Sache!

Ich habe mich durchgeklickt und nach konkreten Informationen gesucht wie nach der 1-€-Einsatzgrenze bei Slots – also sehr genau. Leider bleibt vieles im Vagen. Es gibt Kontaktformulare und die Möglichkeit für Online-Gespräche, aber das Gefühl, wer mir da eigentlich gegenüber sitzt und welches Tier wie einbezogen wird, bleibt aus. Für jemanden, der klare Regeln und Transparenz schätzt – Stichwort OASIS-Sperrsystem und LUGAS-Limits –, ist das eine echte Hürde.

Das Kernthema: Tiergestützte Hilfe digital

Das ist der größte Knackpunkt, und hier scheiden sich sicherlich die Geister. Tiertherapie, das verbindet man mit einem echten Tier. Mit dem Geruch, der Wärme, der unmittelbaren, nicht digitalen Reaktion. Auf der Website von Tiertherapie Goergey wird beschrieben, dass das Tier im Online-Setting „präsent“ sein kann – durch Video. Ob das für den gewünschten Effekt reicht, ist eine riesige Frage. Kann ein Hund auf dem Bildschirm die gleiche beruhigende Wirkung entfalten? Kann ein Pferd im Stall per Livestream Vertrauen aufbauen? Ich bin da sehr skeptisch.

Einerseits finde ich den Gedanken interessant, Menschen in abgelegenen Regionen oder mit Mobilitätseinschränkungen zu erreichen. Das ist ein klarer Vorteil. Andererseits droht der eigentliche Kern, die direkte, taktile und emotionale Interaktion mit einem Lebewesen, komplett verloren zu gehen. Es klingt dann eher nach einem Gespräch mit einem Coach, der ab und zu seinen Hund in die Kamera hebt. Ob man das dann noch Tiertherapie nennen kann, ist für mich fragwürdig.

Transparenz und die Frage nach dem Handwerk

Bei uns in Deutschland wird viel Wert auf klare Regeln und Nachweise gelegt, egal ob bei der GGL oder bei therapeutischen Berufen. Hier vermisse ich genau diese Klarheit. Wer steckt dahinter? Ein Heilpraktiker für Psychotherapie? Ein Sozialpädagoge mit Zusatzausbildung? Das wäre wichtig zu wissen. Und was ist mit den Tieren? Sind sie für solche Online-Interaktionen überhaupt geeignet und geschult? Wer garantiert ihr Wohlergehen? Auf der Seite fehlen mir diese handfesten Infos.

Es geht mir nicht darum, das Konzept grundsätzlich schlechtzureden. Aber es geht um Vertrauen. In der Glücksspielbranche prüfe ich die Lizenznummer und den Software-Provider. Hier sollte ich die Qualifikation des Personals und die artgerechte Haltung der Tiere prüfen können. Diese Dokumentation ist nicht offensichtlich, und das schmälert die Glaubwürdigkeit massiv. Ohne das ist das Ganze für mich nur ein schlecht definiertes digitales Produkt.

Für wen könnte das trotzdem passen?

Nach all den kritischen Punkten überlege ich, ob es vielleicht doch eine Nische gibt. Stellen wir uns jemanden vor, der starke soziale Ängste hat. Der erste Schritt, das Haus für eine Therapie zu verlassen, ist unüberwindbar. Für diese Person könnte ein niedrigschwelliges Online-Angebot ein erster, winziger Kontaktpunkt sein. Ein Gespräch, bei dem im Hintergrund vielleicht ein Kaninchen zu sehen ist. Es wäre mehr ein Coaching oder eine erste Begleitung, die Mut für den nächsten, echten Schritt machen soll.

Oder für Eltern, die sich über den pädagogischen Einsatz eines Heimtiers bei ihren Kindern informieren wollen. Auch hier ginge es eher um Beratung als um echte Therapie. In solchen Fällen, ganz klar als Erstberatung oder begleitendes Gespräch gedacht, kann ich mir einen Nutzen vorstellen. Aber das müsste dann auch ganz klar so kommuniziert werden und nicht unter einem Begriff, der viel mehr verspricht.

Was mir richtig Sorgen macht

Die größte rote Flagge ist die Gefahr der falschen Erwartungen. Wenn Menschen mit schweren psychischen Problemen hier eine vollwertige Therapie erwarten, können sie enttäuscht und im schlimmsten Fall geschädigt werden. Es besteht die Gefahr, dass notwendige, face-to-face Behandlungen hinausgezögert werden. Das ist kein Spiel, bei dem man einfach den Anbieter wechselt, wenn der Slot keinen Gewinn bringt. Hier geht es um reale Gesundheit.

Zudem ist das Geschäftsmodell undurchsichtig. Gibt es Pakete? Einzelstunden? Was kostet das? Auch das sucht man vergeblich. Bei unserem monatlichen Einzahlungslimit von 1000 € im Glücksspiel weiß ich genau, wo ich stehe. Hier nicht. Das hinterlässt ein sehr ungutes Gefühl und erinnert mich an undurchsichtige Anbieter in anderen Branchen, mit denen man lieber nichts zu tun haben will.

Mein Fazit als lokaler Insidersicht

Also, was bleibt hängen? Tiertherapie Goergey wirft eine interessante Idee auf, scheitert aber an der praktischen Umsetzung und vor allem an der nötigen deutschen Gründlichkeit. Der Mangel an Transparenz bei den Qualifikationen und den Tieren ist ein No-Go. Die digitale Übertragung verfehlt meiner Meinung nach den wesentlichen Punkt einer echten tiergestützten Intervention. Als allererste, niedrigschwellige Kontaktaufnahme für bestimmte, leichtere Fragestellungen mag es einen Hauch von Sinn ergeben – aber nur, wenn alle Beteiligten das auch genau so sehen und kommunizieren!

Für mich persönlich ist das Angebot in der aktuellen Form nicht überzeugend. Bevor ich hier Zeit oder auch nur einen Euro investiere, würde ich mich deutlich intensiver nach regionalen, analogen Anbietern mit einem echten Stall oder Praxisraum umschauen. Da weiß man wenigstens, was man bekommt, und das Tier ist wirklich da. Im Zweifel gilt auch hier: Wenn etwas zu unklar ist, ist es meistens besser, die Finger davon zu lassen. Eure Gesundheit ist kein Testlauf!